Chronotyp-Rechner: Wann tickt deine innere Uhr?

Nicht Lerche oder Eule, sondern eine Zahl: Der Rechner bestimmt deinen Schlafmittelpunkt an freien Tagen und den sozialen Jetlag — nach der Methode der Chronobiologie.

Übergang von tiefem Nachtblau zu warmem Morgenlicht über einer weiten LandschaftKI-generiert

Der Rechner

Trag ein, wann du an Arbeitstagen und an freien Tagen schläfst. Der Rechner bestimmt daraus deinen Schlafmittelpunkt und deinen sozialen Jetlag.

Schlafmittelpunkt (freie Tage)
Sozialer Jetlag
Schlafdauer werktags / frei

Was dahintersteckt

Der Chronotyp wird in der Chronobiologie nicht über Selbsteinschätzung bestimmt, sondern über den Schlafmittelpunkt an freien Tagen. Der Gedanke dahinter: An Tagen ohne Wecker zeigt sich, wann die innere Uhr tatsächlich schlafen will.

Der soziale Jetlag ist die Differenz zwischen dem Schlafmittelpunkt an freien Tagen und dem an Arbeitstagen. Er misst, wie weit Alltag und innere Uhr auseinanderliegen. Beide Größen stammen aus dem Munich ChronoType Questionnaire, einem etablierten Forschungsinstrument.

Woher die Formel stammt

Schlafmittelpunkt und sozialer Jetlag sind in der chronobiologischen Literatur definierte Größen. Die Verteilungswerte, mit denen dieser Rechner deinen Wert einordnet, stammen aus einer Datenbank mit rund 300.000 Einträgen. Diese Datenbank beruht allerdings auf Freiwilligen, die selbst teilnehmen wollten — sie ist nicht repräsentativ für die Gesamtbevölkerung.

Gut belegt Formel und Methode   Teilweise belegt Einordnung in die Verteilung

Was der Wert nicht ist

  • Keine Diagnose. Ein später Chronotyp ist keine Krankheit, sondern eine Ausprägung. Erst wenn daraus ein Leidensdruck entsteht, wird er behandlungsrelevant.
  • Keine Charaktereigenschaft. Die verbreitete Zuschreibung, Frühaufsteher seien disziplinierter oder erfolgreicher, hat keine Grundlage in der Chronobiologie.
  • Kein vollständiger Fragebogen. Der echte Munich ChronoType Questionnaire erfasst mehr Angaben, unter anderem die Lichtexposition. Dieser Rechner bildet die Kernformel ab, nicht das gesamte Instrument.
  • Keine Aussage über Gesundheitsrisiken. Eine große genetische Untersuchung fand einen ursächlichen Zusammenhang zwischen Morgentyp und besserer psychischer Gesundheit — für Körpergewicht und Diabetesrisiko dagegen ausdrücklich keinen.

Häufige Fragen

Was genau wird hier berechnet?

Der Schlafmittelpunkt an freien Tagen — also die Uhrzeit genau zwischen Einschlafen und Aufwachen, wenn kein Wecker stört. Dieser Wert ist in der Chronobiologie das übliche Maß für den Chronotyp. Zusätzlich wird der soziale Jetlag ausgewiesen: die Differenz zwischen dem Schlafmittelpunkt an freien Tagen und dem an Arbeitstagen.

Bin ich damit endgültig Lerche oder Eule?

Nein — und die Frage ist auch falsch gestellt. Der Chronotyp ist keine Zweiteilung, sondern eine kontinuierliche, annähernd normalverteilte Größe. Die meisten Menschen liegen im Mittelfeld. Der berechnete Wert ist eine Momentaufnahme: Er verschiebt sich mit dem Alter und hängt auch davon ab, wie viel Tageslicht du bekommst.

Was bedeutet ein hoher sozialer Jetlag?

Dass dein Alltag nicht zu deiner inneren Uhr passt. Wer werktags früh raus muss, aber spät müde wird, sammelt unter der Woche Schlafdefizit an und holt es am Wochenende nach — der Körper erlebt das ähnlich wie einen wiederkehrenden Zeitzonenwechsel. In einer großen Fragebogendatenbank hatte etwa die Hälfte der Teilnehmenden mehr als eine Stunde.

Kann ich meinen Chronotyp ändern?

Nicht beliebig — eine genomweite Untersuchung an fast 700.000 Menschen fand 351 mit dem Morgentyp verknüpfte Genorte. Beeinflussbar ist der Rhythmus aber sehr wohl: Licht ist der stärkste Taktgeber. Viel Tageslicht am Morgen und gedämpftes Licht am Abend verschieben die innere Uhr nach vorn.

Quellen

Diese Seite stützt sich auf die folgenden Quellen. Zahlenangaben wurden am Stand der jeweiligen Veröffentlichung geprüft.

  1. Roenneberg T, Pilz LK, Zerbini G, Winnebeck EC: Chronotype and Social Jetlag: A (Self-) Critical Review. Biology 2019;8(3):54
    https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6784249/
  2. Wittmann M, Dinich J, Merrow M, Roenneberg T: Social Jetlag: Misalignment of Biological and Social Time. Chronobiology International 2006;23(1–2):497–509
    https://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/07420520500545979
  3. Jones SE et al.: Genome-wide association analyses of chronotype in 697,828 individuals. Nature Communications 2019;10:343
    https://www.nature.com/articles/s41467-018-08259-7

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